Das Projekt-DE

Sehr geehrte Damen und Herren!

Das Projekt der Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor ist eine internationale Initiative, die von den Ländern Polen, Niederlande, Israel und Slowakei im September 2008 ins Leben gerufen wurde. Durch die finanzielle und inhaltliche Mitwirkung aller teilnehmenden Länder wird eine staatliche Errichtung dieses Museums und Gedenkstätte auf dem Terrain des ehemaligen Vernichtungslagers ermöglicht.

ProjectIm Februar 2011 hat das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe die Rolle des Projektträgers an die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” vergeben, die seither all die Pflichten als Projektskoordinator und Schatzmeister erfüllt. Die Steuerungsgruppe, die sich aus den Vertretern der Landesteilnehmer des Projektes zusammensetzt, legt Ziele und Aufgaben der einzelnen Projektetappen fest und genehmigt alle Kosten, die von dem gemeinsamen Budget getragen werden.

Das Hauptziel des Projekts ist es, vor allem den Opfern des Vernichtungslagers Sobibor zu gedenken. Aber auch die Errichtung des Museums selbst, das dazu dienen soll, die Geschichte der Massenvernichtung den heutigen und künftigen Generationen zu vermitteln und vor dem Vergessen zu bewahren. Die erste Aufgabe war es natürlich, die Asche der Menschen, die an diesem Ort grausam ermordet wurden, entsprechend zu sichern und zu schützen. Bereits 1943 haben sich die Deutschen darum bemüht, alle Spuren des Massenmordes zu beseitigen, daher mussten die Arbeiten mit archäologischen Ausgrabungen begonnen werden. Weitere archäologische Forschungsarbeiten folgten entsprechend in den Jahren 2011 und 2012. Sie erlaubten u. A. herauszufinden, wo die Asche der ermoderten Menschen vergraben wurde und wo sich der Todesweg, die sog. „Himmelfahrtstraße”, befand, die zum Lager III – dem Ort der unmittelbaren Vernichtung  – führte.

Seit Mitte 2012 dauerten auch konzeptionelle Arbeiten der architektonischen Gestaltung des Gebietes an, die das Ziel verfolgten, einen Ort zu schaffen, an dem ein würdiges Gedenken möglich ist und gleichzeitig seine Funktion als Bildungseinrichtung erfüllt. Es wurde daher entschieden, die architektonisch-künstlerischen Entwürfe der Gedenkstätte auf dem Wege eines Wettbewerbs zu wählen, der für Bewerber aus aller Welt offenstand. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe haben sich auf die Gestalt und Funktion der neuen Gedächtnisstätte geeinigt und haben im Dezember 2012 die von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ ausgearbeiteten und vorgeschlagenen Wettbewerbsregeln genehmigt.

Die feierliche Eröffnung des Wettbewerbs fand am 18. Januar 2013 unter Teilnahme des zuständigen Staatssekretärs des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe, Herrn Piotr Żuchowski, des Staatssekretärs in der Kanzlei des Ministerpräsidenten, und seinen Bevollmächtigen für internationalen Dialog, Herrn Władysław Bartoszewski und zahlreicher diplomatischen Vertreter aus den jeweils am Projekt beteiligten und auch bis jetzt nicht beteiligten Ländern, deren Bürger in Sobibor den Tod gefunden haben, im Ministerium für Kultur und Nationales Erbe statt. Der Wettbewerb wurde vom Staatlichen Museum Majdanek organisiert und die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ wurde mit praktischen Aufgaben bezüglich der Durchführung beauftragt. An dem Wettbewerb nahmen insgesamt 150 Architekten aus aller Welt teil.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden am 18. Juli 2013 im Museum der Geschichte der Polnischen Juden bekanntgegeben. Aus 63 eingereichten Arbeiten, wählte die Wettbewerbsjury die drei besten architektonisch-künstlerischen Entwürfe aus, die ihrer Meinung nach die Anforderungen der neuen Gedenkstätte am besten erfüllten. Im Oktober 2013 wählte das Staatliche Museum Majdanek unter den drei auserwählten Arbeiten den Sieger, der die günstigste Realisierung der Konzeption angeboten hat. Derweil dauern Arbeiten an, um den Bau zu beginnen.

Ich möchte Sie ganz herzlich dazu einladen, den weiteren Verlauf und die Fortschritte dieses wichtigen internationalen Projekts in Sobibor zu verfolgen und gemeinsam mit uns den Opfern des nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor zu gedenken.

Dariusz Pawłoś

Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung