Wettbewerb

ProjectAm 18. Januar 2013 fand die offizielle Eröffnung des internationalen Wettbewerbs für die Schaffung eines neuen architektonisch-künstlerischen Konzeptes für die Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen NS-Vernichtungslagers in Sobibor statt. Der Veranstalter des Wettbewerbs war das Staatliche Museum Majdanek, das seit dem 1. Mai 2012 Eigentümer einer Teilfläche des Holocaust-Denkmals in Sobibor ist nun der Träger der Gedenkstätte ist.

Der Wettbewerb war der nächste Schritt zur Realisierung des internationalen Projektes, die Errichtung eines Museums und einer Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor, die aufgrund von Memorandum of Understanding durch vier Länder (Polen, Slowakei, den Niederlanden und Israel) ins Leben gerufen wurde. Gemäß den Empfehlungen der Steuerungsgruppe des internationales Projektes war das Ziel des Wettbewerbs, das best künstlerische, funktionale Konzept der Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers der Juden in Sobibor zu wählen. Natürlich unter der Berücksichtigung des Charakters und der Bedeutung des Ortes, damit die Funktionen des Gedenkens, des Museums und der Bildung erfüllt werden. Der Schwerpunkt des neuen Konzepts der Gedenkstätte ist es den Opfern zu gedenken. Dies wird durch die Aufrechterhaltung der Massengräber, als auch durch das gesamten Terrain als ein stummer Zeuge und ein materieller Beweis des Massenmords von einer unvorstellbaren Größe, gewährleistet.

Das Staatliche Museum Majdanek vertraute der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Nationales Erbe, das internationale Projekt an: Die Errichtung eines neuen Museums und einer Gedenkstätte, wie das Ausführen einzelner Aufgaben bezüglich der Durchführung des Wettbewerbs.

Die Teilnahmebedingungen am Wettbewerb, als auch die Regeln für die Erstellung der Wettbewerbsbeiträge wurden in den Wettbewerbsanforderungen festgelegt und auf der Webseite des Staatlichen Museums Majdanek, der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” und auf der Projekt-Website publiziert. Die Anmeldungen für die Teilnahme am Wettbewerb konnten bis zum 18. Februar 2013 bei der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” in Warschau eingereicht werden.

Die Wettbewerbsjury bestand aus 9 Personen:

Vorsitzender:

  • Prof. Andrzej Kadłuczka (Architekt, Fakultät für Architektur der Technischen Universität Krakau, Institut für Geschichte der Architektur und Denkmalpflege)

Gutachter:

  • Jakub Wacławek (Architekt, Verband polnischer Architekten SARP)

Mitglieder:

  • Lenka Cederbaum (Architekt, Staat Israel)
  • Dr hab. Romuald Dylewski (Architekt, Mitglied des Beirates des Staatlichen Museums Majdanek)
  • Prof. Dr. Jerzy Jasieńko (Institut für Bauwesen der Technischen Universität Breslau, Institut für Baustoffe, Holz- und Denkmalskonstruktionen)
  • Prof. Andrzej Koss (Sachverständiger des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe, Hauptkommission für Denkmalschutz, Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege)
  • Marek Lisánsky (Generalkonsul der Slowakischen Republik in Polen, Mitglied der Steuerungsgruppe des Projektes zur Errichtung des Museums und der Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor)
  • Prof. Zbigniew Myczkowski (Technische Universität Krakau, Institut für Landschaftsarchitektur)
  • Krzysztof Weyher (Angestellter der Botschaft des Königreichs der Niederlande, Arbeitsbeobachter der Steuerungsgruppe des Projektes zur Errichtung des Museums und der Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor).

Sekretär der Wettbewerbsjury:

Mariusz Kacperkiewicz (Stiftung „Deutsch-Polnische Aussöhnung”, Koordinator der Arbeiten des Projekts zur Errichtung des Museums und der Gedenkstätte auf dem Gebiet des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Sobibor).

Die juristische Begleitung des Wettbewerbes gewährleistete die Grupa SIENNA sp. z o.o.

Die letzten, und gleichzeitig entscheidenden Sitzungen der Wettbewerbsjury fanden vom 9. -11. und am 18. Juli 2013 statt.

Im Februar 2013 erhielt die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” 152 Anmeldungen zum Wettbewerb aus dem In- und Ausland. 111 Teilnehmer haben die Bedingungen für die Teilnahme erfüllt und wurden dazu eingeladen ihre Wettbewerbsbeiträge einzureichen. 63 davon wurden von den Wettbewerbsteilnehmern eingereicht. Die Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse fand am 18. Juli 2013 im Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau statt.

Die Jury vergab drei Preise und einen Ehrenpreis. Die Preise gingen an:

Preis – Teilnehmer Nr. 171717 – Marcin Urbanek, Łukasz Mieszkowski i RE S.C. Piotr Michalewicz, Mateusz Tański

Preis – Teilnehmer Nr. 000029 – Stelmach i Partnerzy Biuro Architektoniczne Sp. z o. o. (Stelmach und Partner, Architektenbüro Sp. z o. o.)

Preis – Teilnehmer Nr. 976737 – Biuro Projektów Budownictwa Ogólnego „Budopol” S.A. (Büro für Allgemeine Bauwesenprojekte „Budopol” S.A.)

Der Ehrenpreis wurde dem Teilnehmer Nr. 177771 – Pracownia Architektoniczna 1997 Sp. z o. o.(Architektonisches Studio 1997 Sp. z. o. o.) – verliehen

Gemäß den Bestimmungen des Wettbewerbs hatten alle drei gewählten Konzepte die Chance zur Umsetzung, da ihre Autoren zu weiteren Verhandlungen im Rahmen des Verfahrens zur öffentlichen Auftragsvergabe eingeladen wurden. Dieses Verfahren wurde am 8. Januar 2014 abgeschlossen und der Auftrag für die Vorbereitung der Projektdokumentation der Neugestaltung des Geländes der Gedenkstätte des Vernichtungslagers in Sobibor an Marcin Urbanek, RE: S.C. Piotr Michalewicz Mateusz Tański, Łukasz Mieszkowski(Wettbewerbsgewinner) erteilt, die die günstigste Realisierung der Konzeption angeboten haben.

Die Informationen über die Auswahl des Auftragsnehmers wurden während der Feierlichkeiten des 70. Jahrestages des Aufstandes im Vernichtungslager Sobibor am 14. Oktober 2013 der Öffentlichkeit verkündet. In dieser Veranstaltung wurde dem Publikum das zur Realisierung ausgewähltes Konzept vorgestellt.